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Unser
neunzehntes Programm Herbst 2010 ![]() Severin
Schwendener
![]() Marion Dick
(Hrsg.) Es ist ein Jahrhundertereignis: Ein Komet soll in diesen Tagen die Erdumlaufbahn streifen und genau über Buenos Aires erscheinen, dem Herzen Argentiniens, so, wie es schon die Alten aus grauer Vorzeit berichtet haben, an einem Himmel, der nun den Jungen gehört. Die Bevölkerung rätselt, staunt, zensiert sich und wartet doch gebannt, in stiller Übereinkunft darüber, dass etwas Neues beginnt. Wie die titelgebende Erzählung Liliana Hekers handeln die Geschichten in dieser Anthologie von Nöten und Hoffnungen eines Landes, in dem es im letzten Jahrhundert mehr als turbulent zuging. Mittels einer Vielzahl Stimmen unterschiedlichen Alters gelingt es diesem Erzählband, ein generationsübergreifendes Panorama zu schaffen. Gleichzeitig holt er eine argentinische Perspektive über den Ozean, die man im deutschsprachigen Raum bislang nur vermisst gemeldet kennt: eine weibliche.
Und ausserdem
Johannes Gruber, Ueli Mäder, Sarah
Schilliger, Peter Streckeisen (Hrsg.) In "Basel von unten" kommen 14 Frauen und Männer zu Wort: ein Asylbewerber aus Eritrea, eine verschuldete Studentin, eine alternde Putzfrau und weitere Personen. Sie sind auf keinem der Hochglanzprospekte zu finden, mit denen sich die Stadt farbenträchtig präsentiert. Studierende und Mitarbeitende des Instituts für Soziologie führten Gespräche mit ihnen und verdichteten die Erzählungen zu Porträts.
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Der Tote, der in einem Lagerhaus in Schlieren gefunden wird, sieht entsetzlich aus. Der Täter, der ihn erschlagen hat, muss wie ein Berserker gewütet haben. Wenig später wird in einem Gerümpelhaufen in Dietikon ein zweiter Toter entdeckt. Beide Tatopfer sind Studenten der Biologie an der ETH Zürich. Thomas K. Hilvert, Hauptmann bei der Kantonspolizei Zürich, kann sich vorerst keinen Reim auf die beiden Mordfälle machen. Als auch noch ein ETH-Professor ermordet wird, verkompliziert sich die Sachlage zusätzlich. Mit der Zeit entdeckt Hilvert hinter der noblen Fassade der ETH ungeahnte Abgründe. Schritt für Schritt kommt er der Auflösung der Fälle näher. Severin Schwendener, selbst ein Doktorand, lässt die Lesenden in seinem spannenden Kriminalroman die Welt der Hochschulen und der Medizinforschung hautnah miterleben. Hector Tizon Zwei Fremde auf dieser Welt Roman Aus dem Spanischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Reiner Kornberger 224 Seiten, gebunden, Fadenheftung, Lesebändchen Fr. 32.–, Euro 20.20 ISBN 978-3-85990-158-2 Ein Mann reist in einem alten Studebaker durch Dörfer und Städte in Nordargentinien. Als Vertreter eines Grosshandelsverkauft er Waren von zweifelhaftem Nutzen an die von ihm besuchten Geschäfte. Immer wieder lässt er sein Leben Revue passieren, seine Kindheit, die gescheiterte Ehe, seine unerfüllten Wünsche, als Dichter zu reüssieren. Wer hier auf unnachahmliche Weise in einer präzisen und dennoch poetischen Sprache von der Undurchdringlichkeit der Welt und dem Dunkel unseres Strebens und unserer Sehnsüchte spricht, gilt schon lange als ein wichtiger Erzähler Lateinamerikas, von dem nun endlich auch ein erster Roman auf Deutsch vorliegt. ![]() Denknetz-Jahrbuch 2010
Zu gut für den Kapitalismus: Blockierte Potenziale in einer überforderten Wirtschaft Analysen und Impulse zur Politik 224 Seiten, Broschur Fr. 25.–, Euro 16.– ISBN 978-3-85990-162-9 |
Tomás
González "Die versandete Zeit" ist Tomás González‘ komplexester, ehrgeizigster Roman. Und viele seiner Fans sagen, er sei sein schönster. Dem Autor gelingt mit diesem Buch das Kunststück, einen Bogen zwischen den Zeiten (1911–1978) und zwischen den Kontinenten (Südamerika–Europa) zu spannen, ohne dass die Geschichte ihm aus der Hand gleitet und ausfranst. Der Roman ist in erster Linie eine Liebesgeschichte, und zwar über Josefinas lebenslange Liebe zu Alfonso, der eines Tages aus der Provinz in die Hauptstadt und dann in die Welt aufbricht und nach seiner Rückkehr eine andere heiratet. Aber das Buch ist noch vieles mehr: Es ist ein Reisebuch durch das Kolumbien vor 100 Jahren, in dem die Landschaften, die damals gebräuchlichen Verkehrsmittel und das soziale Ambiente zu Beginn des technischen Zeitalters lebendig werden.
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Dieser Frage widmen sich die Beiträge des Denknetz-Jahrbuchs 2010 auf unterschiedliche Weise. Zugleich begeben sie sich auf die Suche nach den Bedingungen, unter denen Produktivkräfte auch tatsächlich gesellschaftlichen Fortschritt garantieren können.
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