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Jakob
Bührer Jakob Bührer 1882 in Zürich geboren, aufgewachsen in Schaffhausen. Schon früh schrieb er Theaterkritiken für lokale Zeitungen. Nach kaufmännischer Lehre Journalistenschule in Berlin. 1910 erste Buchveröffentlichung ("Kleine Skizzen von kleinen Leuten"). Neben seinen journalistischen Beiträgen und Essays zu politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen schrieb er auch Gedichte, Novellen, Erzählungen und Dramen. 1932, unter dem Eindruck des blutigen Einsatzes der Schweizer Armee gegen streikende Arbeiter in Genf, trat er der SP bei was ihn seine Stellung als Leitartikelschreiber bei der National-Zeitung und damit seine ökonomische Basis kostete. Fortan wurde er weitgehend isoliert im (vorwiegend bürgerlichen) Literaturbetrieb. Bis zu seinem Lebensende bestritt er seine Existenz mühsam mit journalistischer Arbeit für die SP- und Gewerkschaftspresse und als Lektor und Übersetzer bei der Büchergilde Gutenberg. Ab 1936 lebte Bührer in Verscio im Tessin, wo er sich schwergewichtig seinem historischen (Haupt-)Werk, der Trilogie "Im Roten Feld - Geburt einer Nation", widmete. Er starb 1975 in Locarno. |
Aus Konrad Sulzers
Tagebuch In diesem
autobiographischen Roman schildert Bührer seine eigene
Jugend bis zur Zeit des ersten Weltkrieges. Die
gesellschaftlichen Widersprüche, die er dabei aufdeckt,
sind zum Teil bis heute nicht gelöst.
In sehr geraffter Form wird in diesem Roman der Lebensweg Kilians geschildert: vom Hüterbuben zum "Anarchisten", vom "Anarchisten" zum Kleinbürger, vom Kleinbürger zum Finanzgewaltigen. Es ist der Weg eines Suchenden und zugleich innerlich Zerrissenen, der letztlich im Nichts endet. "Bührers 'Kilian' hat
Geist, Witz und Zorn. Er ist der Ausbruch eines starken
Temperamentes." |
Man kann nicht
Vor dem wirtschaftlichen
und politischen Hintergrund der späten zwanziger und
frühen dreissiger Jahre wird die Geschichte des
Arbeiters Tosio erzählt, der zum Unternehmer aufsteigt,
scheitert und schliesslich wiederum zum Kampf für den
Sozialismus zurückfindet. Das Buch gehört zu
den bedeutendsten schweizerischen Zeitspiegeln der
wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der
dreissiger Jahre. Einzelne Szenen waren so unmittelbar aus
der damaligen Wirklichkeit abgeleitet, dass sie bei
Erscheinen des Romans zu heftigen publizistischen
Auseinandersetzungen führten. Der Sohn eines bedeutenden Uhrenindustriellen und Politikers, der als "enfant terrible" sein Heimattal verlassen hat, kehrt inmitten der Wirtschaftskrise der dreissiger Jahre zurück und wird mit den Schicksalen seiner Verwandten und Bekannten, aber auch mit den Aufzeichnungen seines verstorbenen Vaters konfrontiert. Dabei lernt er die Zusammenhänge begreifen, die zum Aufstieg des väterlichen Unternehmens, aber auch zu dessen Niedergang geführt haben. |