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Marlene Stenten "Sie ist ein elendes Weib,
diese Marlene Stenten, eins mit einem unerhört losen
Mundwerk. Frech und subversiv schaut sie schon auf dem Bild
drein, und schreiben, weiss Gott, das kann sie. Ohne sich je
schwerfällig und langatmig in Einzelheiten zu
verlieren, entwirft sie mit leichten Federstrichen
Stimmungen und Personen, bis man glaubt, sie direkt vor sich
zu haben. Mit wenig Aufwand, geschickt und schnell sagt sie
vieles. Und noch mehr lässt sie bloss als Andeutungen
im Raum hängen." "Sie erfindet nichts. Alles, worüber sie schreibt, ist ihr irgendwann einmal begegnet. Was allerdings nicht heisst, dass sie lediglich Protokollantin der Wirklichkeit wäre. Sie fühlt sich dieser zwar weitgehend verpflichtet, weiss aber durchaus den erzählerischen Reiz ihrer Texte durch Zugaben aus dem Reich der Fiktion zu erhöhen. Stenten, 1935 geborene, heute in Konstanz lebende Schriftstellerin, veröffentlicht seit über 25 Jahren Romane und Erzählungen. |
Der Untertitel von 'Hallo
Mäuschen', 'Sechs Entwöhnungen', verweist auf den
Kern der Sache: Sie erzählt zumeist von Beziehungen im
Auflösungsprozess. Es sind quälende Vorgänge,
'Entwöhnungen' von Lebensformen, die ein Mindestmass an
Sicherheit und Wärme versprachen. Bei Marlene Stenten
spielt Sprache eine grosse Rolle. Ihre Erzählungen
leben vor allem von Gesprächen, zumeist in indirekter
Form wiedergegeben."
Albina "Lehrjahre der
Gefühle. Stenten hat einen lesbischen Liebes- und
Beziehungsroman geschrieben, der in seiner Genauigkeit,
Trauer und trockenem Witz als psychologisches
Kabinettstück überwältigt." |
Grosser Gelbkopf "Und wirklich faszinierend
am Grossen Gelbkopf ist tatsächlich die 'antiseptische
Kurzbeschreibung', wie ein Mann zum Objekt seiner eigenen
geschichtlichen Begierde wird."
"Stentens
melancholisch-boshafte Monotonien und Entwöhnungen sind
zum Teil nach Inszenierung schreiende stilisierte
Teufelskreisgeschichten, wieder- und wiedergekäute
Banalitäten, bis zum Exzess aufgeblasene, ätzende
Dauerkaugummis, die plötzlich platzen und im Gesicht
kleben bleiben, so dass die Leserin angesichts ihrer
Spiegelbildgrimasse endlich gewahr wird, dass sie lauthals
lachen darf, wenn sie noch dazu imstande ist." |