|
|

Jahrbuch
Denknetz 2010
Zu gut für
den Kapitalismus
Blockierte Potenziale in einer überforderten
Wirtschaft
Analysen
und Impulse zur Politik
224
Seiten, Broschur
Fr.
25.–, Euro
16.–
ISBN
978-3-85990-162-9
Der
Kapitalismus wird gerne als eine sportliche Veranstaltung begriffen,
die den
Wettbewerb um stetige Verbesserungen ankurbelt. Gerät ein
Land, ein Unternehmen
oder ein Vorhaben ins Hintertreffen, dann spornt die Diagnose, nicht
gut genug
gewesen zu sein, dazu an, es ›besser‹ zu machen,
mehr zu trainieren, härter als
andere zu arbeiten oder einfach kreativer zu sein. Dieser gleichsam
naturgesetzliche Zusammenhang von Anstrengung und Erfolg
gehört zum Kernbestand
der herrschenden Vorstellungen von Sport und Ökonomie.
Immerhin, so liesse sich
anführen, führt dieser zu allgemein verbesserten
Fähigkeiten. Allerdings müssen
diese auch angewendet, sprich
in jenen Währungen ausgedrückt werden
können, die je nach Sphäre überhaupt zur
Verfügung gestellt werden können.
|
Im
Wettkampfsport
scheint dies noch zu
funktionieren, jedenfalls wenn man sinnvoll findet, dass etwa
SprinterInnen
ihre gesteigerte Leistungsfähigkeit in immer neue Rekorde
einbringen und
mittels Hunderstelsekunden auf entsprechenden Sportanlagen ihre
gestiegene
›Produktivkraft‹ umsetzen. Was aber, wenn die
Produktivkraftsteigerung in der
kapitalistischen Marktgesellschaft nicht mehr verwertet werden kann?
Wenn der
Zwang zur Geldverwertung die sinnvolle Anwendung und Entwicklung der
Produktivkräfte hemmt? Wenn qualifizierte Arbeitskraft
stillgelegt ist, während
gesellschaftlich notwendige Arbeiten brachliegen, weil sie nach den
engen
Kriterien der Geldverwertung als defizitär erscheinen? Wenn
wirtschaftliche
Gewinnsteigerung und sozial-ökologischer Fortschritt immer
weiter auseinander driften?
Dann stellt sich die Frage grundsätzlich: Sind unsere
Produktivkräfte
inzwischen zu gut für den Kapitalismus geworden?
Dieser Frage
widmen sich die
Beiträge des vorliegenden Denknetz Jahrbuchs auf
unterschiedliche Weise.
Zugleich begeben sie sich auf die Suche nach den Bedingungen, unter
denen
Produktivkräfte auch tatsächlich gesellschaftlichen
Fortschritt garantieren
können.
|
|
Das
Denknetz
ist ein Forum
für aktuelle Debatten zur
Wirtschafts-, Sozial- und
Arbeitspolitik. Es ist den Grundwerten der Freiheit, Gleichheit und
Solidarität
verpflichtet. Die Initiantinnen und Initianten kommen aus Wissenschaft,
aus
Gewerkschaften, aus politischen Bewegungen, aus NGOs und aus kritischen
Zeitschriftenprojekten.
|
| Eine vollständige
Liste der bisher erschienenen Denknetz-Jahresbücher findet
sich in unserem Gesamtverzeichnis |
|