Tomas Gonzalez
Am Anfang war das Meer
Roman
ca. 176 Seiten
aus dem Spanischen übersetzt von Peter Schultze-Kraft und Gert Loschütz unter Mitarbeit von Jan Weiz. mit einem Nachwort von Peter Schultze-Kraft
gebunden, Fadenheftung
Lesebändchen
ca. Fr. 29.-, Euro 18.80
ISBN 3-85990-095-1


Dies ist die Geschichte von zwei Aussteigern aus der bürgerlichen Gesellschaft Medellins in den Jahren 1976/77. Die Protagonisten, J. und seine Freundin Elena, brechen aus dem oberflächlichen, nur auf Konsum und Vergnügen ausgerichteten Leben der Millionenstadt aus und wollen auf einer entlegenen Finca an der karibischen Küste Kolumbiens neu anfangen.

 


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Die Märkische

Weitere Bücher von Tomas Gonzalez
Horacios Geschichte
Roman
Carola Dicksons unendliche Reise
 
Drei Erzählungen
Die Teufelspferdchen
Roman

Der Roman schildert ihre Ankunft in einer für sie fremden Welt, ihre Begegnung mit der Kultur der Schwarzen, ihre Anstrengungen, sich in dem heruntergekommenen Landhaus einzurichten und die Finca zu einem einträglichen Unternehmen zu machen. Der Autor zeigt durch minutiöse Schilderung einiger wesentlicher Begebenheiten, wie dieser Traum von einem neuen, einfachen Leben auf dem Land scheitert. Es ist ein Scheitern auf der ganzen Linie, das allmähliche Zerbrechen aller Hoffnungen, Visionen und Pläne: das Scheitern des wirtschaftlichen Projekts, von der Finca leben zu können; das Scheitern von J.s und Elenas Versuch, sich in der fremden tropischen Welt zu assimilieren; das Scheitern von J.s und Elenas Beziehung: Elena verlässt die Finca und kehrt nach Medellin zurück; und schliesslich J.s Scheitern als physische Existenz: Das Buch endet mit seinem Tod.

Man könnte sagen, J.s und Elenas Schicksal entwickelt sich mit der Unausweichlichkeit einer griechischen Tragödie. Dennoch erzählt der Autor keine traurige oder deprimierende, sondern eine absolut stimmige und konsequente, einleuchtende, zutiefst menschliche, ja sogar tröstliche Geschichte. Tomas Gonzalez' Leitmotiv in all seinen Romanen ist die beständige Wiederkehr des Lebens. In Horacios Geschichte hat er dies an den sich unablässig reproduzierenden Kühen deutlich gemacht; in "Am Anfang war das Meer" sind es die sich immer erneuernden Palmen am Strand. Gonzalez besitzt die Kunst, dem Tod seinen Schrecken zu nehmen, und er zeigt, dass er zum Leben gehört, dass der Mensch Teil der Natur ist, aus der Natur kommt und nach seinem Tod wieder in die Natur eingeht.

 

 

 

Tomas Gonzalez
wurde 1950 in Medellin/Kolumbien geboren. Er studierte Philosophie, war Barmann in der Diskothek El goce pagano (Der Heidenspass) in Bogota, betrieb eine Fahrradmontage-Werkstatt in Miami und lebte 16 Jahre lang als Journalist und Übersetzer in New York. 2002 kehrte er nach Kolumbien zurück.
Er veröffentlichte bisher vier Romane und je einen Band Lyrik und Erzählungen.

Im Verlag edition 8 sind folgende Bücher von Thomas González erschienen:
Horacios Geschichte
Am Anfang war das Meer
Carola Dicksens unendliche Reise
Die Teufelspferdchen

Die versandete Zeit

1984, kurz nach dem Erscheinen des Romans, urteilte der bedeutende Historiker und Kritiker Jorge Orlando Melo: "Ohne dass direkte Einflüsse oder Vorbilder zu sehen sind, atmet dieser Roman die Hoffnungslosigkeit der klassischen Werke Onettis, geht der Autor mit dem psychologischen Feingefühl zu Werke, das wir von Updike kennen, und finden wir diese Verquickung von Poesie und Untergang, die fÜr viele Erzählungen Malcolm Lowrys charakteristisch ist - und dabei steht Tomas Gonzalez den Meistern in nichts nach."

Porträt von Tomas Gonzalez in den Literatur Nachrichten

Radiosendung mit Tomas Gonzalez

Herausgegeben mit Unterstützung von LitpromGesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika