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Hans
Gysi
Zettel
und Litaneien
Gedichte
192
Seiten, gebunden, Fadenheftung,
Lesebändchen
Fr.
25.-, Euro 15.20
ISBN
978-3-85990-139-1
Wer in
Hans Gysis Gedichte hineinsticht, wird alsbald von einem Strom von
Worten
fortgetragen, die, durch Klang und Bild verbunden, uns in eine
farbenprächtige
Welt entführen. Hans Gysi liebt die Musikalität der
Sprache, geniesst den
›Groove und den Rhythmus‹, erfasst im
tänzerischen Mitschwingen auch eine
transzendente Dimension, eine Ahnung von Utopie. So kostet er die
Sinnlichkeit
der Wörter aus, würzt seine Lyrik mit ungewohnten
Ausdrücken, manchmal
Wortschöpfungen, bedient sich genau so locker beim gehobenen,
pathetischen Stil
wie bei der Umgangsprache und schreckt auch vor Häufungen
nicht zurück. Im
Gegenteil: Er nutzt sie, um einen rhetorischen Sog zu erzeugen, der in
einem
Höhepunkt kulminieren, aber auch abrupt in einer Pointe enden
kann. Denn wie in
barocken Gemälden neben aller Üppigkeit das Bild der
Vergänglichkeit auftaucht,
gehören bei Hans Gysi Skepsis, Ironie und Verkürzung
als notwendiger
Kontrapunkt zum wortgewaltigen Auftritt dazu. Sie lassen darin die
Flüchtigkeit
des Augenblicks erkennen, die Leere, die Raum für Sehnsucht
schafft, aber auch
Gelächter erzeugt.
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Im
Gedichtband Zettel und Litaneien wird dieser Kontrast Programm: In
genussvollen
Reihungen wird eine facettenreiche Welt heraufbeschworen, werden mit
enzyklopädischem Eifer Bilder gesammelt, um im gleichen
Atemzug deren
Hinfälligkeit, ja Nutzlosigkeit festzuhalten. Mit Verve und
Humor nimmt der
Autor so unsere Verhaftung im Alltäglichen aufs Korn und
lässt gleichzeitig
dahinter die weiten Räume unserer Gedanken und Träume
aufscheinen.
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leben
mein
leben ist gar nicht mein leben
es nimmt
einen schrägen lauf
dreht ab
hat viel drall
und
spreizt sich spagatös
mein
leben kommt nicht zusammen
wie der fluss
mit dem meer
wie das
tal mit dem hügel
nicht
dass ich leide schön bunt und
mit
hütchen kommts daher oder
quadratisch
und abgespeckt
mein
leben ist gar nicht mein leben
oft muss
ich mich klein machen
damit ich
hineinpasse
immer
wieder springt der
deckel
auf oder ein ellbogen
guckt
raus eine unwirsche
bewegung
ein rastloses
zucken oder sinds
die
schritte die sich
auf dem holzweg
verlieren
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So lustvoll kann Lyrik sein:
Hans Gysi, Theaterpädagoge aus Märstetten,
schlägt aus den trockenen Steinen des Alltags Funken. In
seinen neuen "Zettel und Litaneien" geht er durch die Stadt und
über Berge und überlegt, wie man gestriger und
morgiger werden könnte oder wie viel Hornhaut es braucht, um
endlich eine Pfote zu wagen. Leichte Texte auf schwere Gedanken.
St.
Galler Tagblatt vom 27.4.09 |
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Hans Gysi
ist 1953 in
Arosa geboren und dort aufgewachsen. Ausbildung zum Sekundarlehrer
und zum Theaterpädagogen. Später freischaffend
tätig als Schauspieler,
Regisseur, Theaterpädagoge und Autor mit verschiedenen
Theatergruppen. Seit
2004 leitet er das ›Theaterbureau Gysi‹ in
Märstetten, das kleinste Theater im
Kanton Thurgau; daneben Teilpensum als Berufsschullehrer; verheiratet,
drei erwachsene Kinder. Viele Inszenierungen,
als Autor beteiligt an
mehreren
Stücken. Hat den Förderpreis des Kantons Thurgau
erhalten, einen Werkpreis der
Pro Helvetia und einen Förderaufenthalt des Aargauer
Kuratoriums. In Buchform
sind erschienen: ›Zoogeschichten‹,
›Langes Warten, Rauch‹,
›Federkino‹, ›Die
dünne Krankenschwester‹ und ›Morning
Poems‹. |
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