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John Hearne
Das Paradies vor Augen
Sklaverei und Rebellion auf der "Sure Salvation"
Roman aus Jamaika
Aus dem Englischen übersetzt und mit einem Nachwort
versehen von Wolfgang Binder
256 Seiten, gebunden,
Fadenheftung, Lesebändchen,
Fr. 34.-, Euro 21.80
ISBN 3-85990-008-0
Man schreibt das Jahr
1860. Der Handel mit versklavten Afrikanern ist seit
Jahrzehnten für Engländer und Amerikaner verboten.
Die Sure Salvation unter ihrem Kapitän
Hogarth nimmt jedoch mit fünfhundert Sklaven an Bord
Kurs auf die Neue Welt.
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Der 1981 erschienene Roman
des Jamaikaners John Hearne schildert mit grossem
moralischem Ernst ein Thema, das in der karibischen und
afroamerikanischen Literatur erst in den neunziger Jahren
von einer ganzen Reihe von Autoren aufgegriffen wurde. Es
ist ein pessimistisches Werk, in dem die Kluft zwischen
Schwarz und Weiss unüberbrückbar erscheint.
Verrat, Gier, der Wertezerfall einer ganzen Zivilisation
werden an der dramatischen Handlung aufgezeigt. Das Ende
zeigt wie eine Parabel die Entstehung der Neuen Welt unter
verkehrten Vorzeichen - eine von grossen Zweifeln und von
Zynismus begleitete Utopie: auch die nun freien Afrikaner
sind manipulierbar, der Traum Amerika ist von Anbeginn an
verdorben. Die präzise Schilderung von menschlichen
Charakteren, der immer wieder eingesetzte lakonische, eher
bittere Humor, die Zustandsbeschreibung einer
unversöhnlichen, im Kern korrupten Menschheit zur Zeit
der bereits international geächteten Verschiffung von
versklavten Afrikanern - der so genannten "middle passage" -
machen das Buch zu einem packenden Erlebnis.
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John
Hearne
wurde 1926 in Montréal, Kanada als Sohn
jamaikanischer Eltern geboren. Mit zwei Jahren kam
er nach Jamaika, wo er ab den 50er-Jahren zu den
führenden Prosaschriftstellern zählte und
1981 mit "The Sure Salvation" ein beeindruckendes
Spätwerk vorlegte, das zugleich sein letztes
sein sollte. In den 50er-Jahren lebte er vorwiegend
in London und Paris; nach seiner Rückkehr nach
Jamaika unterrichtete er an der University of the
West Indies in Jamaika
Literaturwissenschaft.
Hearne, dessen
Romane als Klassiker der jamaikanischen Literatur
gelten, gehörte bis zu seinem Tod im Jahr 1991
auch zu den namhaften Journalisten seines Landes.
Für seine Verdienste um die jamaikanische
Literatur und Kultur wurde der Humanist und Ethiker
Hearne mit mehreren Auszeichnungen bedacht. Drei
seiner Romane wurden in den fünfziger Jahren
in Deutschland veröffentlicht ("Stimmen unter
dem Fenster", "Der Andere" und "Gesichter der
Liebe"). Mit dem vorliegenden Band "Das Paradies
vor Augen" wird der wichtige letzte Roman von
Hearne erstmals dem deutschsprachigen Publikum
präsentiert.
Wolfgang
Binder, der Übersetzer
unterrichtet karibische und nordamerikanische
Literaturen an der Universität
Erlangen-Nürnberg. Er hat bislang 12 Werke aus
der anglophonen und spanischen Karibikliteratur ins
Deutsche übertragen.
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