Markus Moor
Nicht minder beiläufig

Eine Art Kriminalroman
ca. 208 Seiten, Lesebändchen, gebunden, Fadenheftung
ca. Fr. 32.-, Euro 19.80
ISBN 3-85990-098-6

"... Ein toter Mensch versuchte dadurch, dass er ein wenig verschwitzt war und zugleich kalt wurde und gebrochene Augen bekam, zu erzählen, wie es war zu leben oder wie es gewesen war. Marugg konnte förmlich zusehen, wie der Daliegende kalt wurde, wie er Stück für Stück sein Leben ablegte. Scheisse, dachte Marugg. Scheisse, Scheisse, Scheisse."

 

 

 

 

So heisst es irgendwo im Text. Eben noch schien alles nebeneinander möglich: Beruf, Gesundheit, Ehe. Aber plötzlich ist für den bald sechzigjährigen Detektivwachtmeister Marugg nichts mehr selbstverständlich. Unübersehbar beginnen die Sicherheiten des Lebens zu bröckeln: Die Ehe funktioniert nicht mehr, in der Arbeit kommt er mit dem neuen Führungsstil und den modernen Arbeitsmethoden nicht zurecht, nach einem Doppelmord veranstaltet die Boulevardpresse eine Hatz auf ihn, und mit dem Pissen ist es hoffnungslos. Kurz, der Gegenwart ist kaum mehr zu trauen.

Die Art von Maruggs Beobachten, seine Blickführung und sein Befinden muten uralt vertraut an, sofern man es erzählen kann. Sich durchbeissen und immer wieder Schläge einstecken - das erkennt er als den einzigen Weg und giesst die Gegenwart ein in das unabänderliche Es war einmal. Weil er aber weiter nach Liebe, Hoffnung und Geborgenheit sucht, verliert er nicht all seinen Optimismus. Markus Moors Roman erzählt Geschichten von den Grenzen und den Grenzerfahrungen eines Alltags.

 

Markus Moor
geboren 1956, lebt in Rheinfelden. Für "Nicht minder beiläufig" erhielt er den Förderpreis des Aargauer Kuratoriums. Ebenfalls in der edition 8 erschien 2000 der erste Marugg-Roman
"Notizen über einen beiläufigen Mord". Weiter sind vom selben Autor die beiden Erzählungen "Hans Jakob lügt" und "Anatol F". im Buchhandel erhältlich.

 


Leseprobe

Rezension in der Mittelland-Zeitung