Dragica Rajcic
Buch von Glück
Gedichte
163 Seiten, mit 10 Fotos
gebunden, Fadenheftung
Lesebändchen
Fr. 27.-, Euro 17.-
ISBN 3-85990-078-1

Dragica Rajcic hat sich einen Namen gemacht als eine Stimme der ImmigrantInnen, indem sie immer wieder witzig und genau die Schweiz aus dem Blickwinkel der "Ausländer" aufs Korn nimmt und die Situation der "Fremden" reflektiert. Besonders eindringlich und engagiert hat sie diese Thematik zur Zeit des Krieges in Kroatien, Bosnien und Herzegowina in Worte gefasst.

Mit ihrer Lyrik in gebrochenem, schillerndem Deutsch unterstreicht sie die Fremdheit auch sprachlich, sie irritiert und fasziniert mit eigentümlichen Wendungen und gekonnten Pointen und lässt in den Bruchstellen die Funken sprühen. Die Auseinandersetzung mit der eigen-fremden Sprache - vertraute und trügerische Stütze - gehört zu den Fragestellungen, die sie in all ihren Gedichtbänden, auch in diesem, begleiten.

 

 

 

 

 

 

 

Im Vordergrund steht im Buch von Glück aber ein anderes Thema: Die Liebe. Die Liebe mit ihrer Sehnsucht und Entgrenzung, mit dem Aufbrechen des Gefestigten, den unlebbaren Entwürfen - und schliesslich der schmerzhaften Ernüchterung angesichts der Utopie der Zweisamkeit. Das schwankende, suchende Lebensgefühl greift auf alles über, prägt auch das Nachdenken über Kindheit, Herkunft, Identität oder Frausein, lässt träumen und zweifeln und mündet oft in eine leise Ironie. So bündelt das Buch von Glück in einem lyrischen Wechselbad Momentaufnahmen eines überschwänglichen und trauernden, eines ausgelieferten und kritischen Ich. Getragen von einer Sprache, die lakonisch und präzis über die Beschreibung von Alltäglichem das Existenzielle aufleuchten lässt.

 

 

Rezensionen
St. Galler Tagblatt
Bund
orte

Interview im Blick

Vorstellung der Autorin durch den österreichischen Literaturkritiker Jens Nicklas

 

Dragica Rajcic
geboren 1959 in Split (Kroatien), lebt seit 1978 in St. Gallen. Hier Gelegenheitsarbeiten als Putzfrau, Büglerin, Heimarbeiterin. Rückkehr nach Kroatien von 1988 bis 1991. Gründung der Zeitschrift ›Glas Kastela‹, journalistische Arbeit. Nach Kriegsausbruch Flucht mit den Kindern in die Schweiz. Lebt seither wieder in St. Gallen, wo sie als Redaktorin einer Migranten-Zeitschrift und soziokulturelle Animatorin arbeitet. Erhält u.a. 1994 den Münchner Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis.

Bücher: Halbgedichte einer Gastfrau (1986 und 1994); Lebendigkeit Ihre züruck, Gedichte (1992); Nur Gute kommt ins Himmel, Kurzprosa (1994) (alle eco-verlag); Post Bellum (2000), Gedichte edition 8. Theaterstücke: Ein Stück Sauberkeit (1993); Auf Liebeseen (2000)

Homepage von Dragica Rajcic

  

 Tod, wo ist dein Stachel?
Predigt von Dragica Rajcic, gehalten am 24. März 2007 in Thalwil und am 25. März 2007 in der Laurenzenkirche in St. Gallen.

 

 

 

Unter deinen Augen
kein Regen
Milch überschwapt,
geht noch mehr

verstehe
bringe kein laut
gehe
ich wäre dumm und dämlich
sagen müssen
nur
mein herr, wie möchte ich sie
sehr
übersehr

 

Weitere Gedichte