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![]() Franz
Rueb Der Autor erinnert sich an seine Jugend als Heimkind, zuerst unter der Fuchtel katholischer Nonnen, die Bettnässer mit Schlägen und Gebeten "heilten", dann im evangelischen Kinderheim, geführt von einem "Jünger Pestalozzis", der aber alles mit Füssen tritt, was der grosse Pestalozzi gelehrt und gelebt hat, und der seine tyrannisch geführte Anstalt als einträgliche Fabrik für Kinderarbeit betreibt.
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Rueb beschreibt eine Hölle selbstgerechter, schwarzer Pädagogik in beklemmender Bildhaftigkeit und ohne Selbstmitleid, aber auch mit Humor und Zärtlichkeit und Sinn für die poetischen Momente, die es dort auch gab. Der junge Rueb ist rebellisch, einer, der sich nicht fügen will, ein "fremdes Element", wie der Heimleiter sagt, einer, der immer wieder Wege und Nischen zum Widerstand findet. Fussball zum Beispiel. Das proletarische Mannschafts- und Kampfspiel, das nicht mehr braucht als zwei Füsse und einen Ball. Der Obrigkeit ist es verhasst, ist es doch ein Freiraum, der sich ihrer Kontrolle entzieht. Der sagenhafte Rübezahl, der Berggeist, bewegt seine Fantasie, wird zu seinem geheimen Verbündeten, seinem zweiten Ego. Er erfindet eigene Rübezahl-Geschichten und unterhält damit die Heimzöglinge. Erzählen als eine Form von Widerstand. So schafft er sich seinen Ruf und einen neuen Namen – Rübezahl. Er wird ihm sein Leben lang bleiben. Rübezahl
wird politisch, erkennt sein Redetalent, nimmt Teil an der
Aufbruchstimmung und
den politischen Unruhen der Sechzigerjahre. Er wird Mitglied der
kommunistischen
Partei der Arbeit, bald auch Redaktor der Parteizeitung
"Vorwärts", Funktionär
und schliesslich Kantonsrat. Gleichzeitig wird er Gallionsfigur der
Demonstranten auf der Strasse. Er selbst steht zwischen vielen Fronten,
angefeindet von rechtschaffenen Spiessern, Sektierern der
ausserparlamentarischen
Opposition und den bürokratischen Betonköpfen der
eigenen Partei. Die ebenso
allgegenwärtigen wie unbedarften Staatsschützer,
führen pedantisch Buch über
sein Leben. Die Fleissarbeit der Spitzel ist ihm heute zur willkommenen
Erinnerungshilfe geworden. |
Franz
Rueb Franz Ruebs Roman "Ausmisten" Seine Aufzeichnungen sind autobiografisch, aber keine Autobiografie. Erlebnisberichte wechseln sich chronologisch ungebunden ab mit Essays und Reflexionen über die Wahrheiten, die Kämpfe, aber auch die Schlagworte und Irrungen jener Zeit. Er erzählt sie leidenschaftlich, selbstkritisch der Wahrheit verpflichtet. Ein Stück Schweizergeschichte und zugleich die Geschichte eines glücklichen, fruchtbaren Scheiterns. Eines Scheiterns, das mithalf, die Gesellschaft zu wandeln – von Grund auf und unwiderruflich.
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