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Eines Morgens gegen Ende
Oktober - auf dem Boden lag Frost - sahen wir jenseits einer
Nebenstrasse ein graues Schloss auf einem Hügel.
Canossa, erklärte ein Bauer, eine sehr alte Burg. Ich
dachte an den Kaiser, der am Schlosstor drei Tage lang
barfuss im Schnee gestanden und auf Absolution gewartet
hatte, an Winter und die Kälte auf den Gipfeln. Eine
Woche später erwachten wir mitten im Frost und sahen,
dass der Apennin über Nacht weiss geworden war. Wir
mussten hinübergelangen, bevor die Pässe blockiert
waren. An diesem Tag verliessen wir die Nebenpfade und
nahmen allen Mut zusammen, um auf der Hauptstrasse zu
laufen. Wir stiessen bei einer Brücke auf sie - die
Strasse von Modena zum Abetone-Pass und der Grenze zur
Toskana. Wir marschierten gegen einen steifen Wind an. Auf
ein paar Haarnadelkurven überholten wir eine Schafherde
und grüssten den Schäfer. Wir gingen durch
Dörfer und an Gasthöfen vorbei. Städter,
Evakuierte, die auf der Landstrasse wie Immigranten
ausserhalb der Saison wanderten, drehten sich um und
starrten uns an, als wir vorbeimarschierten. Der Apennin
wuchs weiss bespitzt vor uns empor. Einen Tagesmarsch von
der Passhöhe entfernt verbrachten wir die Nacht in
einem Haus an der Strasse - reiche Bauern mit einem Neffen,
der aus der Stadt in der Ebene evakuiert worden war, ein
Gymnasiast, der sich vor uns aufspielte. Die Strasse sei
sehr ruhig, meinten wir - keinerlei Verkehr. Sie lachten.
Der Passübergang war gesperrt. Weiter
führende Links Partigiani.de Stuart
Hood Am nächsten Morgen
trieb ein Schneeschauer über die Strasse. Bald waren
die Bäume und das Gras entlang des Wegs voller weisser
Flecken. Wir befanden uns jetzt hoch über allen
Kastanienbäumen und Eichenbüschen, inmitten der
Kiefern. Der Schnee lag in kleinen Wehen, die sich bewegten
und zuckten, wenn der Wind von der Gipfelhöhe blies.
Jenseits des Tals konnten wir die Schneegrenze auf den
Bergen sehen; wir befanden uns deutlich oberhalb davon. Der
Wind schnitt durch die Hemden und stopfte uns den Atem in
die Kehle zurück. Der Schnee wurde tiefer und
gleichmässig. Wie Ochsen im Schlamm mussten wir uns bei
jedem Schritt aus den Verwehungen ziehen. Die Strasse
verlief gegen den Pass hin flacher und fiel dann ab. Ich
schaute hinunter und sah, dass der Schnee auf dem
Südabhang dünner lag. Ted zitterte, und sein
Schritt wurde schwächer. Unterhalb der Schneegrenze,
etwa einen Kilometer entfernt, befand sich ein Gasthaus an
der Strasse. Ich marschierte voran. Der Schnee tropfte von
meinen Schuhen auf die nackte Bergstrasse. Ich dachte an die
Wärme des Gasthauses. Drinnen summten Stimmen. Ich
stiess die Tür auf und fand mich in einem Raum voller
faschistischer Milizionäre. Sie schauten mich
mässig interessiert an. Ich grüsste sie und
blickte umher, als ob ich erwarte, jemand werde vortreten
und mich in der Wärme willkommen heissen. Niemand
rührte sich. Ich schüttelte den Kopf, als ob zu
sagen: Er ist nicht hier. Sie wandten sich wieder ihrem
Gepräch zu. Ich ging hinaus. Die Tür fiel hinter
mir ins Schloss, und der Lärm der Stimmen wurde
gedämpft. Draussen traf ich Ted, der sich erholt hatte
und fähig war, weiterzugehen. Wir marschierten
gleichmässig und unterdrückten den Impuls,
zurückzuschauen. Es gab keine Rufe, keine rennenden
Schritte, kein Gezeter. Nach etwa eineinhalb Kilometern
hielten wir bei einer Schäferhütte, die am
Strassenrand versteckt lag. Der Schäfer hatte eine Frau
mit einem blassen, ruhigen Gesicht. Sie sprachen toskanisch.
Morgen wird es besser sein, sagte ich. Wir schliefen mit den
Schafen und Ziegen in einem Bett aus Kastanienlaub, in einer
niedrigen Hütte, die nach Ziegenkot und Urin stank.
Aber der Atem der Tiere und die Hitze ihrer
zusammengedrängten Körper wärmten
uns. Am nächsten Tag
standen wir am Talrand und schauten über eine helle,
sonnige Landschaft gegen die Marmorberge von Carrara; ihre
Gipfel glänzten wie Schnee. Unter uns fiel das Land
steil in ein tiefes Tal ab, voller Wege und Flüsse, mit
guter Deckung. Wir rannten durch das raschelnde Laub
hinunter. Die Büsche atmeten die Luft ein, und die
Sonne schien warm. Das war in der ersten
Novemberwoche. Die Alliierten befanden sich irgendwo
oberhalb von Neapel - 450 Kilometer im
Süden. Als ich die Hütte
zwanzig Jahre später suchte, fand ich sie nicht mehr.
Das ganze Bild des Bergpasses, wie es sich in meinem Geist
darstellt, widerspricht der wirklichen Geografie. Ich
erinnere mich an ein langes Tal zu unserer Rechten; es ist
zur Linken. Der Übergang über den Pass ist
länger, als ich ihn in Erinnerung habe. Die
Gaststätte befindet sich nicht dort, wo ich sie
vermutete. Meine Topografie ist wirklicher. In der Abenddämmerung
stiegen wir zum Bauernhaus hinunter. Wir kochten von unserem
eigenen Vorrat. Zum ersten Mal fühlte ich die
zweideutige Stimmung der Bauernschaft. Furcht wechselte sich
mit Abscheu vor dem Regime ab. Sie wussten, dass die
Partisanen letztlich verschwinden konnten. Sie selber waren
an ihren Hof und an den Jahreskreislauf gebunden, mit
Oliven, die tief unten am Abhang gepflückt, mit dem
Schwein, das geschlachtet und geräuchert, und dem
Futter, das für den Ochsen im Stall geschnitten werden
musste. In dieser Nacht schliefen
wir in der steinernen Viehhütte. Einen Wachposten gab
es nicht. Als ich mich nach Mitternacht erhob, sah ich den
Morgenstern über mir. Eine klare Frostnacht. Als ich
mich wieder niederlegte, fühlte ich im Stroh nach dem
kurzen italienischen Karabiner. Es war mein
achtundzwanzigster Geburtstag. Am nächsten Tag
buddelten wir unsere Waffen aus dem Stroh und
überprüften sie. Wir hatten ein schweres
Maschinengewehr, mit Wasser zu kühlen, die klassische
Waffe der Revolution. Ted brachte mir die grundlegenden
Handgriffe bei. Für ihn bedeutete es nicht den Sturm
auf den Winterpalast und die Interventionskriege, sondern
die kleinen Steinforts, die sangars, der Kriege an der
indisch-afghanischen Grenze. Ich setzte mich ans
Maschinengewehr und drückte mit den Daumen auf den
Abzug. Das Visier war auf 1000 Meter eingestellt. Es
hätte einen Feuerkegel entlang des Wegs vom Tal herauf
gelegt. Ich erinnerte mich an meinen Waffeninstruktor, wie
er durch seine Zahnprothese mit Glasgower Dehnung gefragt
hatte: "Was heisst Flankenfeuer?" Und die rituelle Antwort
der Klasse: "Flankenfeuer bedeutet, Feuerstösse durch
die ganze Linie zu geben." Mit der Betonung auf "geben". Er
konnte nicht lesen und erlaubte keinerlei Abweichung von der
Formel. Wir fragten, wie viel
Munition vorhanden sei. Keine. Also vergruben wir das
Maschinengewehr wieder im Heu.Wir hatten ein leichtes
Maschinengewehr, Marke Breda, immer noch eingeschmiert wie
im Waffendepot, mit einer Kiste dünner schwarzer
Magazine, alle voll geladen. Der Maschinengewehrschütze
war unser Koch, ein breitschultriger Sarde, mit der leichten
Fettleibigkeit eines Mannes, der seine Tage über den
Kombüsenfeuern zugebracht und die Rationen gekostet
hat. Wir stritten über die Ladung der Magazine. Sie
waren zu voll gestopft, und die Springfedern würden
darunter leiden. Er bestritt das. Er wollte sowieso
Leuchtspurgeschosse nachladen. Eines von fünfen mit
Leuchtspurgeschossen. Aber zuerst wollte er das
Maschinengewehr ausprobieren. Er baute es ausserhalb der
Hütte auf und verfeuerte ein ganzes Magazin in ein paar
langen Feuerstössen. Die Kugeln prallten sirrend vom
Felsen ab, den er als Ziel gewählt hatte. Das Tal
füllte sich mit Lärm; die Hügel warfen ihn in
die Ebene hinunter. Die Bäuerinnen traten erschrocken
unter die Türe. Der Sarde lachte. Jede Kugel ist ein
verschossener Same, das Geschützfeuer orgiastisch. In
diesem Sinn ist Krieg eine unfruchtbare Selbstbefriedigung
einsamer Männer. Wir hatten ein russisches
automatisches Gewehr ohne Munition. Schwer, aber gut
gemacht. Es wurde als politisches Symbol aufbewahrt. Andrej
ergriff es und handhabte es voller Zuneigung. Wir hatten ein
paar der italienischen Armeegewehre mit langen Läufen -
Modell 1898. Wir hatten ebenso viele kurzläufige
moderne italienische Karabiner mit hoher
Schussgeschwindigkeit und schlechtem Visier. Wir hatten
einen Rucksack voller kleiner roter italienischer
Handgranaten. Zwei dünne Metallschalen; eine Ladung in
der grösseren der beiden, in der andern eine Bleikugel.
Sie explodierten beim Aufprall, indem die Kugel eine Nadel
in ein Zündblättchen in der Ladung trieb. Oder sie
fielen auf die Seite und explodierten gar nicht. In
Abessinien hatte ich gesehen, wie sich Dorfkinder an den
Blindgängern verletzt hatten, die von einem
Scheingefecht zwischen zwei Gruppen meiner eigenen Kompanie
übrig geblieben waren. Auf den Schlachtfeldern von
Eritrea zerrissen sie die Affen, die zwischen den
Überresten und Gräbern herumscharrten. Den Rest des Tages
warteten wir. Mit Ted marschierte ich über die
Bergschulter und sah zu unsern Füssen, im Dunst, der
aus dem Arno stieg, den untersetzten Dom Santa Maria del
Fiore und Giottos Campanile. Es verlieh unserer Isolation
eine Schärfe, an das morgendliche Leben in der Stadt zu
denken, an die Büros, die Läden, Trams,
Pferdekutschen, die Schneider und Schuhmacher, die kleinen
Werkstätten und die langen Fabrikgebäude. Wir
wurden auch schockartig verunsichert, zu sehen, wie nahe wir
der Stadt waren, nahe bei den Kasernen, der Festung, dem
Polizei-Hauptquartier, der Ortskommandantur. Aber die Stadt
bildete unsere Basis, von der Il Capo jederzeit
zurückkehren konnte, mit Geld, Munition oder vielleicht
Befehlen, wegzuziehen, in die hohen Berge oberhalb von
Bologna, wo die Garibaldi-Brigaden gebildet wurden.An diesem
Abend kam er von Sesto her hochgehumpelt. Lanciotto, in
Friedenszeiten Metzger in einem Dorf ausserhalb von Florenz.
Ein grosser Mann mit hellen Haaren, in den Dreissigern, mit
viereckigem Gesicht, gut aussehend in einer
oberflächlichen Weise, ein wenig eitel. Er besass die
gebrochene Nase eines Profi-Boxers. Sein Hinken rührte
von einer Verletzung im Abessinien-Feldzug her. Wegen ihr
war er in diesem Krieg zu Garnison-Dienst in Florenz
verknurrt worden. Am 8. September hatte er einen Lastwagen
mit allen Waffen beladen, die er in die Hände bekam -
Gewehre, Maschinengewehre, Munition, Mörser und
Granaten -, und war die Flanke des Monte Morello
hochgefahren. Aus den Waffenverstecken, die damals gebildet
wurden, stammten auch unsere Waffen. Er war ein
Kämpfer, ein Kommunist, vollkommen unbeleckt von einer
Doktrin, persönlich furchtlos, aber mit keinerlei
Begabung, Männer anzuführen. Seine Eitelkeit war
harmlos, ein Überrest aus den Tagen als Boxer, der ihm
immer noch anhing. Er erklärte, wir müssten
warten. Weihnachten verstrich. Wir
marschierten in kleinen Gruppen zu den Bauernhöfen, die
näher zum Tal lagen, die Gewehre über die
Schultern gehängt. Beim Gehen erklärte mir Ted, wo
man Überfälle durchführen konnte, und
erläuterte die grundlegende Strategie eines
Hügelkampfs - der vorgetäuschte Rückzug
über einen Kamm, der den Gegner unten aufstehen und
aufwärts ins verdeckte Feuer rennen lässt; die
Lockschüsse, die eine Marschkolonne auf einem Bergpfad
dazu verführen, den auf der andern Seite des Tals
versteckten Scharfschützen ihre Rücken zuzudrehen.
Wir hielten am Haus eines Müllers. Die Frauen wuschen
draussen die Leinen im eisigen Wasser eines Bergbachs. Zu
Mittag assen wir Schweineblut, das mit Mehl bestäubt
und in Öl gebraten war, ein dunkles, schwammiges
Gemantsche, wie künstlicher Gummi. Den ganzen
Nachmittag lang spielten wir Lotto und erkannten darin unser
eigenes housey-housey-Bingo. Einunddreissig, rief der
Ansager, das Alter unseres Herrn. Später gingen wir in
die Ebene hinunter und verbrachten in Sesto die Nacht. Jetzt
vernahm ich zum ersten Mal, dass Florenz rot war, und
fühlte die Solidarität des städtischen
Proletariats, hörte von den Streiks in den
Galileo-Fabriken und von den versiegelten Zügen mit
menschlicher Fracht - politische Gefangene? Juden?
Kriegsgefangene? - durch das Tal nach Bologna und in den
Norden. Und ich erfuhr, aus zweiter Hand, von den
Killerkommandos des Widerstands, der GAP (Gruppi Azione
Partigiani), von Dario, dem toskanischen Eisenbahnarbeiter,
gegründet, der die Garibaldi-Einheiten in der Emilia
befehligte. Ein paar Monate später würden sie in
den Strassen von Florenz Giovanni Gentile niederschiessen,
den Philosophen und Schriftsteller, vielleicht der einzige
Mensch mit intellektueller Reputation, der sich offen zur
Faschistischen Republik bekannt hatte. In Rom würden
sie am 23. März 1944 eine Bombe in der Via Rasella
explodieren lassen, 33 Südtiroler Freiwillige
töten, die sich in der deutschen Militärpolizei
eingeschrieben hatten, und damit gleichentags das Massaker
an 355 Gefangenen in den Höhlen von Ardeatino
auslösen. Bewaffnet marschierten wir
durch die morgendlichen Strassen wieder in die Hügel
hinauf. In der Hütte
löste das Warten Spannungen aus. Ein Bursche, der mit
seinem Gewehr hantierte, feuerte eine Runde ab, die in den
Fels prallte. Entwaffnet, weinte er und versprach,
vorsichtiger zu sein. Die Russen schauten zu und
schüttelten die Köpfe. Dies waren Jungen des
Jahrgangs 1925, von Mussolinis Republik von Salò
einberufen, formell Deserteure und mit der Todesstrafe
bedroht. Sie waren tief verängstigt und verbargen es
unter Handgreiflichkeiten und Prahlereien. Es gab ein
Bordell - ein gutes - in der Nähe der Stadt. Sie
wollten hinuntergehen, a donne. Schliesslich war
Weihnachten, und es war nicht sehr unterhaltsam, auf den
Hügeln herumzusitzen. Lanciotto verabreichte ihnen eine
Lektion in proletarischer Moral. Sie murrten und fügten
sich dann. Zu Mittag assen wir eine
lokale Delikatesse - Kalbsdarm. Gesottene weisse
Schläuche. Am Abend ging Lanciotto
wieder weg. Es war früh dunkel. Ich teilte die Nacht in
Wachstunden und schlug vor, sie zu teilen. Zu meiner
Überraschung stimmten alle zu. Aber in der Nacht
standen die Jungen nicht auf, wenn sie gerufen wurden. Nur
Ted, die Jugoslawen und die Russen absolvierten ihren
Wachdienst. Am nächsten Tag stritten wir uns ein wenig,
doch sie weigerten sich, die Notwendigkeit einzusehen. Sie
werden nicht kommen, sagten sie, sie haben zu viel Angst,
die "Repubblicchini". Ich fand den Übernamen
bewundernswert bösartig; eine Verkleinerung von
"Repubblicani", fasste er die moralische Schmutzigkeit von
Mussolinis Republik von Salò zusammen. Mit Totó stritt ich
über Politik. Er war Mechaniker. Ich hatte Männer
wie ihn zuvor gekannt, in den Gewerkschaften und in den
Schulungskursen der Arbeiterbewegung - schnell, praktisch,
sehr belesen in den Klassikern der Revolution, aber rigide
im Denken. Ein Autodidakt, fürchtete er sich davor,
seinem Geist zu viel Freiheit zu geben. Er war, ohne es zu
wissen, ein Trotzkist, ein romantischer Revolutionär,
mit einem tiefen Glauben an die levée en masse und
einer ebenso tiefen Unkenntnis der russischen Situation. Er
war ein Mann, der die faschistischen Gefängnisse von
innen kannte, ebenso wie die summarischen Prozesse der
Geheimgerichte. Von ihm lernte ich die Namen der
italienischen Revolutionäre - Antonio Gramsci, 1936
nach zehn Jahren Gefangenschaft gestorben, der für die
Arbeiter von Turin in der breiten Tradition von Rosa
Luxemburg gesprochen hatte, und neue Männer wie Ercole
Ercoli, der aus Moskau sendete, dessen wahrer Name, wie
geflüstert wurde, Togliatti war. Totó war ein
Städter, der Hügel und Bergpfade verabscheute; nur
die Tatsache, dass er während des Waffenstillstands aus
dem Gefängnis entflohen war und nicht riskieren konnte,
wieder gefangen zu werden, hielt ihn da, wo er war. An
schönen Tagen wanderte er davon und schoss
Singvögel. Dann assen wir pasta cogli
uccellini. Endlich kehrte Lanciotto
zurück. Wir sollten weiter hinauf verschoben werden -
aber in zwei Etappen. Der Hauptharst sollte zum Calvana
hinübergehen und dort bei einem Bauernhof in einer
Bergsenke warten; Totó würde ein kleineres
Kommando übernehmen, um auf der andern Seite des
Morello Sprengstoffe abzuholen, und uns wieder auf dem
kahlen Berg treffen. Ted gehörte zu dieser Gruppe. Sie
verliessen uns noch an diesem Abend. Krieg ist eine grosse
Schule der Beiläufigkeit. Ted stieg den Hügel mit
einem "Bis bald" hinauf. Tatsächlich befand er sich an
einem Wendepunkt seines Lebens. Unsere Wege trennten sich.
Der Zufall brachte ihn nach Florenz, um auf einen
Führer zu warten, der ihn über die Schweizer
Grenze bringen würde. Langeweile liess ihn das Warten
scheuen. Er nahm einen Zug nach Venedig und suchte vergebens
nach einem Fischerboot, das ihn die Adria hinunterbringen
würde, quartierte sich in einem Hotel voller deutscher
Offiziere ein und kehrte unbehelligt nach Florenz
zurück. Aus der Schweizer Internierung schloss er sich
wieder seinem Bataillon an der italienischen Front an. Das
Ende des Feldzugs brachte ihn zur Farm von Toccalmatto und
zur Familie Tedeschi zurück. Sie griffen hoch nach
einem Versteck in der Wand, hinter einer
fliegendreckübersäten Fotografie, und gaben ihm
seinen Ring zurück. |
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