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Handbuch des Fliegens: Rezension im St. Galler Tagblatt vom 8.12.08 Mit Poesie kann man abheben: Brigitte Fuchs führt im "Handbuch des Fliegens" federleichte Verse vor Sie fallen auf und werden beim Lesen zur Fixierung: die Klammern. Brigitte Fuchs setzt oft halbe Sätze und ganze Bemerkungen mitten im Gedicht ins Abseits. Üblicherweise ist in der Lyrik jedes Wort sorgsam ausgewählt, richtig und wichtig. Da gibt es nichts beiseite Gesprochenes. Aber so ist es auch nicht gemeint. Fuchs öffnet im Gegenteil mit ihren Klammern ein zusätzliches Fenster, ohne den Himmel dahinter genauer beschreiben zu wollen. Die Klammerbemerkungen sind Orte zum assoziativen Abspringen ins verträumte Blau. Brigitte Fuchs (Jg. 1951) ist in Widnau im Rheintal geboren und lebt heute im Aargau. Das Leichte und Luftige gehörte stets zu ihren Texten, dieser neue Gedichtband – im blauen Umschlag – nimmt das Fliegen nun auch als Motiv auf. Engel fliegen hier ebenso wie Steine. Es geht um das schwerelose Gefühl mit Schlittschuhen auf Eis. Oder um Fetzen von Musik, die in der Luft hängen. Brigitte Fuchs holt aus dem Vertrauten das Überraschende hervor, ihr Blick und ihre Worte wecken das Poetische im Gewöhnlichen – zum Beispiel mit der Metallstange, "die das Kind halbiert, wenn es ansetzt zum Rundflug". Und zuweilen ist dieses Tun auch ganz verspielt, wie das Puzzeln mit Redensarten in "Himmel und Hölle". Ein Band für viele blaue Stunden. Eva Bachmann
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