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Rezension in P.S. Eine erfreuliche erste Hälfte, eine eher langweilige zweite Hälfte. Das mein Fazit zum Krimi "Falsche Freunde" des jungen Schweizers Severin Schwendener, dessen Krimi in der Schweiz spielt. Ob der Lokalkolorit zutrifft, kann ich nicht beurteilen, da ich mich im Thurgau nicht auskenne. Aber ich denke, dass die Einheimischen ihre Gegend durchaus erkennen. Zunächst zu den Schwächen, damit ich es hinter mir habe: So ab Mitte des Romans kündigt der Autor via einiger seiner Figuren den ganz grossen und unerhörten Skandal an. Der dann einfach nicht eintrifft. Die Auflösung wäre gar nicht so schlecht, wenn sie nicht so bombastisch angekündigt worden wäre. Zudem gibt es da etwas viele aus amerikanischen Krimis importierte Elemente - etwa ein interner Überwachungstrupp bei Korruptionsverdacht. Auch wird führenden Polizisten und deren politischen Vorgesetzten mehr Einfluss zugedacht, als sie in der Schweiz ausüben können.Nun aber zu den Stärken, die im ersten Teil des Krimis und ganz am Schluss besser zum Tragen kommen. Das grösste Plus sind die Hauptdarsteller. Da ist zunächst Kommissar Jürg Günters, der Züge eines Wachtmeisters Studer mit Matthias Gnädinger als Protagonisten trägt. Er ist gut bis glücklich verheiratet, allerdings ohne Kinder. Seine Frau vertraut ihm, wenn auch nicht blind. Als sie vom Korruptionsverdacht gegen ihn hört, beginnt sie zu handeln. Ihn selber trifft es sehr viel weniger - ausser dem Wissen, dass innerhalb des Kommissariats ein Spion arbeiten muss. Da ist sein Kollege Roman Trösch, seit der Scheidung verbittert und ohne rechten Schwung. Und der junge Marcel Berger, der sich so gerne einsetzen möchte, aber noch nicht so recht weiss, wie das geht. Und da ist noch der Fall: Der führende Angestellte eines Baugeschäfts verschwand unerklärlich vor zwei Monaten. Seine Leiche findet sich nicht, und so muss Jürg Günters den Abschlussbericht schreiben. Da er unklare Fälle hasst, sucht er zum Ärger seines Vorgesetzten weiter. Logisch, dass er fündig wird. kl. |
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