Herbstprogramm 2026

Noch ehe der Frühling um ist, ist bei uns das Herbstprogramm 2026 in der Mache. Mit fünf Romanen und einem Lyrikband ist es ein rein literarisches. Schaut doch mal

Herbst 26: Vorschau als PDF

Widerspruch 85 zum Thema Gewalt

Neu

Soeben ist der Widerspruch 85 erschienen. Unter dem Titel "Gesichter der Gewalt – Legitimität westlicher Herrschaftsordnungen" beleuchtet er in zahlreichen Beiträgen die Erscheinungsformen, Funktionen und Legitimationen von Gewalt wie auch die Konflikte um Herrschaft, Widerstand und Gewaltreduktion.

Mehr zu dieser Ausgabe auf der Widerspruch-Website

Vernissage: Jacques Forster

Jacques Forster, ehemaliger Vizepräsident des IKRK und Leiter des Institut universitaire d’études du développement (IUED), präsentiert sein neues Buch "Welt am Scheideweg - Zeitenwende in der Nord-Süd-Zusammenarbeit". Anschliessend Diskussion mit seinem Übersetzer Daniel Hitzig über die zunehmenden geopolitischen Spannungen, die Krise der Nord-Süd-Zusammenarbeit, den wachsenden Nationalismus - und wie man dagegen angehen könnte.

Donnerstag, 18. Juni, 19h00
bücherraum f, Jungstrasse 9, 8050 Zürich

Ehre für Sergio Ramírez

Diese Neuigkeit ist uns eine Meldung wert: Unser Autor Sergio Ramírez wird als Mitglied in die Königliche Spanische Akademie (RAE) aufgenommen und übernimmt dort den Sitz des peruanischen Schriftstellers Mario Vargas Llosa, der im April 2025 verstorben ist. Die 1713 gegründete Akademie umfasst 45 Mitglieder und widmet sich der Pflege der spanischen Sprache, die heute weltweit von rund 600 Millionen Menschen gesprochen wird. Ihre Vorgaben in Form von Wörter- und Grammatikbüchern sind in Spanien und Lateinamerika verbindlich. Daneben gibt die RAE auch Klassiker der spanischen Literatur heraus.

Sergio Ramírez ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Erzähler Lateinamerikas. Zu Beginn Mitglied der sandinistischen Regierung in Nicaragua, stellte er sich später gegen diese, wurde politisch verfolgt und war gezwungen, ins Exil zu gehen. Seit 2018 lebt er in Madrid. Als Kolumnist der Zeitung "El País" erhielt er am 4. Mai dieses Jahres auch den Ortega-y-Gasset-Preis für Journalismus, mit dem die Jury ihn als "moralischen Kompass" würdigte.

In unserem Verlag sind mittlerweile sieben Bücher von Sergio Ramírez erschienen.

Lesetipp: Welt am Scheideweg

"Armut, Klimawandel, bewaffnete Gewalt, Pandemien, Menschen- und Drogenhandel lassen sich national nicht eingrenzen. Internationale Zusammenarbeit ist deshalb unabdingbar. Jacques Forster plädiert in seinem neuen Buch 'Welt am Scheideweg' für eine globale Politik der menschlichen Sicherheit."

Die Quintessenz im Lead: Der Journalist Markus Mugglin hat auf der Website der Schweizerischen Gesellschaft für Aussenpolitik Jacque Forsters Buch "Welt am Scheideweg - Zeitenwende in der Nord-Süd-Zusammenarbeit" besprochen. Schaut doch mal

Denknetz zum Thema Migration

Neu

Noch vor unserem diesjährigen Frühlingsprogramm, aber gerade rechtzeitig ist bei uns ein neues Denknetz-Buch erschienen. Thema: Migration. Mit einer erneuten reaktionären Initiative, über die am 14. Juni abgestimmt wird, will die SVP einmal mehr die Zuwanderung in die Schweiz beschränken und internationale Abkommen kündigen. Sie zielt damit ins Herz der modernen, solidarischen und wirtschaftlich erfolgreichen Schweiz.

Der Denknetz-Sammelband Migrationsland Schweiz vereint progressive Stimmen und Argumente gegen die ›Keine 10-Millionen-Schweiz!‹-Initiative und eröffnet Perspektiven für die Zukunft des Migrationslands Schweiz. Mit Texten von Vania Alleva, Sanija Ameti, Jacqueline Badran, Gianni D’Amato, Balthasar Glättli, Volker Heins, Artan Islamaj, Daniel Lampart, Philipp Lutz, Julia Maisenbacher, Stefan Manser-Egli, Lisa Mazzone, Beat Ringger, Adina Rom, Samir, Sarah Schilliger, Marc Spescha, Sabrina Stallone, Simon Stettler, Miriam Suter, Rosemarie Weibel und Natalia Widla.

Wir empfehlen die Lektüre dieses Bandes mit Aha-Effekt wärmstens.

Schilder in der Wüste

Neu

Gibt es ein richtiges Leben im falschen? Um diese Frage kreist der neue Roman von Hannelore Dietrich. Die Hauptfigur in "Schilder in der Wüste" ist Florentina, eine junge Frau, die in einer ländlichen WG im Bernbiet wohnt und nach jahrelanger unentschlossener Trödelei den Weg findet, den sie in ihrem Leben gehen will.

Jetzt bist du nicht mehr bei mir

Neu

Der nicaraguanische Schriftsteller Sergio Ramírez steht ganz in der Tradition berühmter lateinamerikanischer Autoren wie Jorge Luis Borges und Julio Cortázar. Sein neuer Erzählband "Jetzt bist du nicht mehr bei mir" lässt auf unterschiedliche Weise ein Kaleidoskop des Lebens in Lateinamerika entstehen, das immer auf der Grenze zwischen menschlicher Komödie und Tragödie balanciert.

Kopfkind

Neu

Christine Johanna Kellers erster Roman "Kopfkind" dreht sich um eine Anwältin und alleinerziehende Mutter, die meint, ihr stressiges Berufs- und Privatleben im Griff zu haben. Ihre Strategie beruht darauf, in allen Bereichen auf sich selbst zu vertrauen – bis zu dem Punkt, an dem sie verlernt hat, jemand anderen zu "brauchen".

vor gestern - nach heute

Neu

Der Lyrikband in unserem Frühlingsprogramm 2026 stammt von Asiye Müjgan Güvenli, geboren in der Türkei, wohnhaft in Winterthur. Ihre Gedichte in "vor gestern – nach heute" erzählen von Verlorenheit, Fremdheit, Trauer und Unterdrückung, genauso und intensiver noch von Sehnsucht, Befreiung und dem Glanz der Welt. Im Zentrum steht die Hoffnung, die Verbundenheit mit dem Leben.

Welt am Scheideweg

Neu

Was bedeuten die Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und im Sudan, generell die geopolitischen Spannungen der 2020er Jahre für das multilaterale System? Welche Ansätze gibt es, um aus einer Entwicklung zu finden, die immer mehr Menschen als Abwärtsspirale empfinden? Antworten auf diese Fragen gibt Jacques Forster, ehemaliger Vizepräsident des IKRK und Leiter des Institut universitaire d’études du développement (IUED), in seinem Buch "Welt am Scheideweg - Zeitenwende in der Nord-Süd-Zusammenarbeit".

Marino Bodenmann - der Rote aus dem Wallis

Neu

Urs Grässlin hat nach jahrelanger Spurensuche eine Biografie über seinen Grossvater geschrieben: "Marino Bodenmann – der Rote aus dem Wallis." Dieser Walliser wuchs als Waisenbub in ärmlichen Verhältnissen auf und wurde später eine wichtige Figur in der kommunistischen Bewegung der Schweiz, unter anderem als erster Sekretär der KPS, Mitglied im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale, Mitgründer der PdA sowie als Grossrat in Basel und Nationalrat.

Eine zweite Säule für alle

Neu

Das Sachbuch "Eine zweite Säule für alle - Vorschlag für eine Totalrevision der beruflichen Vorsorge" sagt schon im Titel, wovon hier die Rede ist. Verfasst wurde es von Michael Graff, emer. Professor für Volkswirtschaft, von Ruth Gurny, emer. Professorin für Soziologie, und von Beat Ringger, ehemaliger Sekretär des Denknetzes und VPOD-Zentralsekretär. Ihr Modell macht aus der beruflichen Vorsorge eine echte Sozialversicherung: sicher, transparent, gender- und generationengerecht.

Lebendiges Porträt

Die weitgehend unbekannte Lebensgeschichte der deutschen Tänzerin und Bildhauerin Ota Schottmüller, verpackt in eine "historische Fiktion", die durchaus der Realität in Nazi-Deutschland hätte entsprechen können, lese sich spannend, schreibt Hartmut Regitz in der Zeitschrift "tanz" über den Debütroman "Purpur" von Karin Hermes. Und: "Das Porträt gewinnt generationsübergreifend dadurch nicht zuletzt Grösse und Lebendigkeit, die bis in die Gegenwart reicht und Ota Schottmüller vor dem Vergessen bewahrt." Ota Schottmüller war als Mitglied der deutschen Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" im Gefängnis Plötzensee hingerichtet worden. Karin Hermes hat aus ihr eine Kurierin gemacht, die geheime Botschaften der Antifaschisten, verschlüsselt eingebaut in Notationen des Tänzers Laban, transportierte. Hier die ganze Rezension

Die Kraft des Tanzes
An den Swiss Dance Days 2026 hat Simona Travaglianti, Leiterin Reso – Tanznetzwerk Schweiz, den Roman "Purpur" als Aufhänger für ihre Eröffnungsrede genutzt.

Zeitwachsamer, engagierter Autor

Am 26. April wurde Erwin Messmer in Lörrach der Preis "Hebeldank" des Hebelbunds verliehen. Volker Habermeier meinte in seiner Laudatio auf den Autor: "Der Vielfalt der Formen und Themen entspricht die Vielfalt der Stile. Seine Texte zeichnet stets eine klare Aussage aus, zuweilen auch nur die, dass sich etwas nicht so einfach sagen lasse. Geprägt wird sein Schreiben von heiterer Melancholie." Und: "Erwin Messmer schreibt, wie Hebel auch, in Standardsprache und Mundart. Und wie Hebel auch, liebt Messmer die Freuden der Tafel und ist ein 'allzeit vergnügter Tabakraucher'. Damit kommt er dem Vermächtnis Johann Peter Hebels sehr nahe." Hier die ganze Rede

Weise und
warmherzig

Die Berner Schriftstellerin Barbara Traber hat an der Vernissage von Hannelore Dietrichs neuem Roman "Schilder in der Wüste" eine wunderbare Einführungsrede gehalten, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Sie macht so richtig Lust, das Buch zu lesen. Schaut doch mal ...

Ein kleines
Gesamtkunstwerk

Mit dem Satz "Eine absolute Empfehlung!" schliesst Veronika Fischer vom Kulturmagazin "Saiten" ihre Besprechung von "Das kleine Lied der Freiheit", dem Erstling der Journalistin Ursula Trunz. Das Buch sei "ein kleines Gesamtkunstwerk", findet sie. Trunz verwebe Geschichten verschiedener in St. Gallen lebender Personen, die sich immer wieder treffen, in einem "ausgesprochen intelligenten Erzählstil, der an Daniel Kehlmanns Ruhm erinnert, aber bei Weitem besser gelingt. Was bei Kehlmann hölzern und konstruiert erscheint, gelingt Trunz mit Eleganz und Leichtigkeit."

Hier die ganze Besprechung

KI und Schreiben

Unser Autor Roger Staub hat einen denkwürdigen Artikel über die Rolle von KI für Schriftsteller:innen geschrieben, erschienen in den Schaffhauser Nachrichten vom 4. April. Untertitel: "Dieser Text ist ohne jegliche Hilfe von künstlicher Intelligenz entstanden." Schaut doch mal

Die gesunde
Schwester

Erscheint im September

"Die gesunde Schwester" von Jana Fuchs erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die eng miteinander verbunden sind, jedoch aufgrund der chronischen Erkrankung der jüngeren sehr unterschiedliche Voraussetzungen im Leben haben. Der Roman zeigt, wie das Familiengefüge durch die Krankheit verformt wird, und sucht eine Antwort auf die Frage, ob Eigenständigkeit und Abgrenzung möglich sind, wenn eine Angehörige stets auf Hilfe angewiesen ist.

Der Tag, an dem wir ausziehen mussten

Erscheint im September

Pedro Badráns Roman "Der Tag, an dem wir ausziehen mussten" zeichnet das Schicksal einer wohlsituierten Provinzstadt-Familie nach, die sozial abstürzt und ihr Domizil aufgeben muss. Anhand eines Fotoalbums, das die Familiengeschichte dokumentiert, beschwören Tochter und Sohn das einstige Idyll. Doch nach und nach drängt sich die krude Realität des Landes in den Vordergrund, und die Familie verwickelt sich immer in das organisierte Verbrechen.

Solveigs Weg

 Erscheint im September

"Solveigs Weg" von Susanna Desax ist ein Roman über die Möglichkeit, das Drehbuch des Lebens selbst zu schreiben und sich aus festgefahrenen Rollen zu befreien. Eine Lehrerin verliert durch die Begegnung mit einem Schauspieler ihr sorgsam geschütztes Gleichgewicht, und längst vergangene Träume erwachen. Sie wagt den Aufbruch und folgt ihm in ein neues Leben. Doch ist es der richtige Weg für sie?

Am Rand der Zeit

Erscheint im September

In "Am Rand der Zeit", dem neuen Roman von Stephan Mathys, verschwindet ein alter Mann. Auf der Suche nach ihm werden seine Angehörigen mit ihren Ängsten, Freuden und Hoffnungen konfrontiert. Es ist eine Geschichte über die Kraft der Vergangenheit, die Sehnsucht nach Aufbruch und über das, was die Menschen trennt und verbindet.

Marienseide

Erscheint im September

"Marienseide", eine Geschichte um Schuld und Verdrängung, erzählt von einem Kindheitstrauma, das eng mit dem Schicksal eines Kindes der Landstrasse verknüpft ist. Es ist Erhard Stockers Debütroman, erschienen 2006 im Appenzeller Verlag und neu aufgelegt bei uns.

Erhard Stockers Erstling ist bei seinem Erscheinen auf ein grosses Echo gestossen. Die damaligen Rezensionen sind auf der Webseite zum Buch ganz unten zu finden.

 

Popcorn im Hirn

Erscheint im September

"Popcorn im Hirn" zeigt die breite Palette von Hans Gysis Lyrik: versonnen und krud, witzig und zart, skeptisch und verspielt. Auch hier gelingt es ihm, das Leichte und Spielerische in der Schwebe zu halten mit dem Ernst der Aussage - ein Befund aus der Laudatio zum Rilke-Preis, den Gysi 2012 erhalten hat.